Was misst der Inzidenzwert überhaupt?
Der 7-Tage-Inzidenzwert des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt an, wie viele Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden.
Diese Meldungen stammen aus Laboren und Arztpraxen, die positive Befunde über das elektronische Meldesystem DEMIS an die Gesundheitsämter und diese dann ans RKI übermitteln.
Warum bildet die Inzidenz das tatsächliche Infektionsgeschehen nicht vollständig ab?
- Testverhalten: Viele Menschen testen sich gar nicht oder verwenden nur Selbsttests.
- Ärztliche Meldung: Selbst wenn jemand Symptome hat, geht er nicht immer zum Arzt – oder Arzt veranlasst keinen Test.
Fazit: Die tatsächliche Zahl der Infektionen liegt vermutlich um ein Vielfaches über dem offiziellen Inzidenzwert.
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Warum der Inzidenz-Wert trotzdem nützlich bleibt
- Er zeigt Veränderungen im Meldegeschehen (steigende oder fallende Trends).
- In Kombination mit anderen Indikatoren wie der Hospitalisierungsinzidenz oder den Abwasserdaten hilft er, die Lage besser einzuschätzen.